„Zeit ist das Feuer, indem wir verbrennen“

Wie können wir das Phänomen Zeit fassen und diese Erkenntnisse für uns nutzbar machen? Diese Frage haben sich Philosophen immer wieder gestellt. Dementsprechend sind in der Literatur viele Interpretationen mit unterschiedlichen Ansätzen zu finden.

Es gibt aber auch eine ganz einfache Definition: Zeit ist das, was man auf einer Uhr ablesen kann – oder? So einfach ist es wohl nicht. Es gibt wenig, was beim genauen Hinsehen so schwierig zu erfassen ist, wie die Zeit. Wir sprechen von gestern, heute und morgen, und fragen, welche Zeit gerade ist. Wir vergewissern uns, dass die Zeit noch reicht, dieses oder jenes anzufangen und zu tun. Wir stellen fest, dass wir "keine Zeit mehr haben". Wir feiern Geburtstage und erinnern uns an Dinge und Ereignisse. Für morgen und die Zukunft machen wir Pläne und hoffen, dass unsere Erwartungen sich erfüllen. Dabei geht das Gegenwärtige oft verloren. Die Vergangenheit kann ich nicht verändern und was mich in der Zukunft erwartet kann ich nur marginal beeinflussen. Meine Überzeugung ist, dass wer zulange in der Vergangenheit verweilt oder primär die Zukunft im Fokus hat, vergisst die Gegenwart. Und genau hier in der Gegenwart können wir wirklich etwas Bewegen und Beeinflussen.

Aber zurück zur Ausgangsfrage: was ist Zeit? Besonders gut gefällt mir die zweideutige Antwort des logischen Vulkaniers Spock, der in einer Folge von Enterprise nach einer Erklärung für das Phänomen „Zeit“ gefragt wurde. Er antwortete: „Zeit ist das Feuer in dem wir verbrennen." Ich habe hin und her überlegt, was er damit meint und fand keine abschliessende Antwort. Das macht aber nichts, denn so kann ich immer wieder darüber nachdenken und mir eine neue Antwort zurechtlegen, bis ich sie wieder verwerfe. Eines ist mir jedoch absolut klar, nämlich das ein sinnvoller Umgang mit der Zeit nötig ist. Denn je mehr ich heute plane und erledigen möchte, desto haushälterischer muss ich mit den eigenen Ressourcen umgehen und ich muss mir vor allem die Zeit möglichst gut einteilen. Meine tägliche Prioritätenliste, die auch Zeitfenster zum Durchatmen und zum Träumen beinhaltet, ist mein persönlicher Zeitkompass, damit ich lichterloh brenne für alles, was ich tue, aber dabei nicht verbrenne. In der täglichen Umsetzung sind Marathonläufer meine Vorbilder.

Der Marathonlauf

Der Tag hat 24 Stunden. Davon müssen wir einige Stunden schlafen, Essen und Pausen einlegen, denn sonst gefährden wir unsere physische und psychische Gesundheit. Wer sich gut organisiert und nicht permanent hyperaktiv in der Gegend umher stresst, bleibt gesund und bewältigt vieles leichter und im Endeffekt sogar noch schneller und speditiver. Das klingt auf den ersten Blick paradox, ist es aber nicht, denn einem Marathonläufer käme es nie in den Sinn, bereits auf den ersten Kilometern mit Vollgas zu Laufen. Ein Tag, vollgestopft mit Terminen und Verpflichtungen ist ein Marathon.

6 Tipps

Hier einige Tipps, wie Sie länger durchhalten und weiter kommen.

1. Zeitverlust ermitteln
Erstellen Sie eine Liste und schreiben Sie auf, wo genau Sie Zeit verlieren. Geben Sie auch den Grund an. Wenn Sie ihre „Zeitfresser“ lokalisiert haben überlegen Sie sich, wie Sie diesen reduzieren können.

2. Setzen Sie sich realistische Ziele
Ziele müssen erreichbar sein. Also besser ist es, wenn Sie sich wenige Ziele setzen und diese auch erreichen, als sich viele Ziele zu setzen und keines zu erreichen. Belohnen Sie sich, wenn Sie ein Ziel erreicht haben.

3. Erledigen Sie Aufgaben, die Sie nicht gerne angehen als erstes
Bekämpfen Sie die „Aufschieberitis“. Das befreit ungemein.

4. Alles was in 3 Minuten erledigt werden kann, wird sofort erledigt
Sie werden staunen, wieviel am Abend erledigt ist.

5. Verzetteln Sie sich nicht
Gehen Sie an jede Aufgabe fokussiert heran. Lassen Sie sich nicht ablenken. Schliessen Sie Arbeiten, wo immer möglich, ab.

6. Ordnung ist das halbe Leben
Je grösser die Arbeitsbelastung, desto besser muss die Planung sein.

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